Autor Thema: Quellen für den historischen Hintergrund  (Gelesen 21160 mal)

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Jupp

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« Antwort #15 am: Dezember 26, 2005, 18:15:08 Nachmittag »
Das Reich der Salier sollte jeder im Regal haben! (natürlich auch gelesen).
Weiterhin sind die Ergänzungsbände (Reichsschwert, Burgen, usw.) sehr zu empfehlen.

Heiner

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Salierkatalog
« Antwort #16 am: Dezember 26, 2005, 18:29:29 Nachmittag »
Zitat von: "Jupp"
Das Reich der Salier sollte jeder im Regal haben!

... und (für ein "Fachbuch") günstig ist er auch noch zu haben: Im Amazon-Gebrauchtmarkt für 16,90 € neu und noch in Schutzfolie. Da sach in nur "Zuschlagen"!

Gruß,
Heiner
Keine Regel und kein Gesetz ist ewig, was aber ewig bleibt, ist Freundschaft und Glaube.

Anonymous

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Re: Salierkatalog
« Antwort #17 am: Dezember 26, 2005, 19:12:37 Nachmittag »
Zitat von: "Heiner"

... und (für ein "Fachbuch") günstig ist er auch noch zu haben: Im Amazon-Gebrauchtmarkt für 16,90 € neu und noch in Schutzfolie. Da sach in nur "Zuschlagen"!


...oder bei eBay. Habe es da für schlappe 3 Euro ersteigert.

Heiner

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  • Beiträge: 599
Re: Salierkatalog
« Antwort #18 am: Dezember 26, 2005, 20:46:05 Nachmittag »
Zitat von: "Berengar"
...oder bei eBay. Habe es da für schlappe 3 Euro ersteigert.

 :shock: spoiler! :D
Keine Regel und kein Gesetz ist ewig, was aber ewig bleibt, ist Freundschaft und Glaube.

Heiner

  • Ambassadeur
  • Beiträge: 599
Die Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek...
« Antwort #19 am: Dezember 31, 2005, 18:09:21 Nachmittag »
... ist jetzt auch komplett online unter

http://www.ceec.uni-koeln.de/

Zitat
Der gesamte mittelalterliche Handschriftenbestand der Diözesan- und Dombibliothek Köln (ca. 400 Codices mit ca. 130.000 Seiten) wird in Form hochwertig digitalisierter 24 Bit Bilder bereitgestellt. Diese Manuskripte werden in ein Erschließungssystem eingebettet, das einerseits durch den Rückgriff auf bereits vorliegende Dokumentationen die einzelnen digitalisierten Objekte schon unmittelbar nach der Digitalisierung bereitstellt, andererseits aber bewußt versucht, das handschriftliche Material gezielt in einen größeren Kontext zu stellen. Für das Fachpublikum durch die Einbindung von Sekundärliteratur, sowie durch das Copyright möglich, ebenfalls in digitalisierter Form. Für die Lehre durch die Bereitstellung von Erschließungsinstrumenten, die sich direkt an den Studenten wenden. Für die weitere Öffentlichkeit durch die Einbindung in bewußt öffentlichkeitsorientierten Darstellungsformen. Durch das Projekt entsteht derzeit die größte öffentlich über das WWW zugängliche digitale Bibliothek (zum großen Teil) illuminierter Codices.


Lief heute morgen im Radio und passt denke ich ganz gut hierhin. Konnte selbst noch nicht reingucken, da ich gerade auf dem Silvester-Sprung bin...

Viel Spaß beim Stöbern,
guten Rutsch,
Heiner
Keine Regel und kein Gesetz ist ewig, was aber ewig bleibt, ist Freundschaft und Glaube.

Sebastiàn

  • Gast
Bücher
« Antwort #20 am: Januar 11, 2006, 23:32:05 Nachmittag »
Noch ein Salier Katalog läuft grade bei eBay aus

Salier Katalog eBay - Hier klicken


Viel Spass,
Dubi Fortunam,
Sebastiàn

ghandi

  • Gast
Bücher
« Antwort #21 am: Januar 13, 2006, 02:58:11 Vormittag »
Seid mir vorsichtig mit den Werken des Herrn Jankuhn, vorallem wenn sie noch vor ´45 (aber auch spätere Auflagen) erschienen sind. Bei diesem Kollegen (ehemaliger Seminarsleiter bei uns bis in die 90er) ist die NS-Vergangenheit offensichtlich.
Zu den Themen, die er bearbeitete gibt es zeitgemäßere und bessere Arbeiten!

ghandi

  • Gast
Quellen, Literatur und interessante Links
« Antwort #22 am: Januar 23, 2006, 21:48:57 Nachmittag »
Dieser thread soll dazu dienen, für unser Thema wichtige Quellen, neuere Literatur und Internetlinks für die Allgemeinheit zur Weiterbildung anzugeben

Bei Angabe von Literatur bitte  nach Möglichkeit gleich und Kurzrezension und Bezugsmöglichkeiten. Everything on topic goes.

Als Quellen in diesem Fall zeitgenössische Bildwerke und Schriften, nach Möglichkeit mit Angabe  ihrer jüngsten Editionen (also nicht nur Bayeux-Tapete, Bayeux, sondern z.B.D.M. Wilson, Der Teppich von Bayeux, Frankfurt a.M. 1985.)


"Lesen hilft"

ghandi

  • Gast
Teppich und Geschichte online
« Antwort #23 am: Januar 23, 2006, 21:51:12 Nachmittag »
Ich fang gleich mal mit zwei schnöden Links an.
Die Tapete zum schnellen Zugreifen bei hartnäckigen Forumsdiskussion, auch noch als Abroller!

http://www.uni-muenster.de/ZIV/Mitarbeiter/BennoSueselbeck/bayeux/bayeux.html


und die ganze Sache aus englischer Sicht, sehr interessant:


http://members.tripod.com/~GeoffBoxell/1066.htm
 




 :lol:

ghandi

  • Gast
J.Bradbury, The Medieval Archer
« Antwort #24 am: Januar 30, 2006, 14:43:31 Nachmittag »
J.Bradbury, The Medieval Archer, Woodbridge 1999.

Dies ist zur Zeit (1.Auflage 1985) das einzige wissenschaftliche Gesamtwerk zum mittelalterlichen Bogenschützen in Europa.
Der Bogen spannt sich von einer grundsätzlichen Betrachtung des Schützen und seiner Waffe (auch Armbrust) über das erste wirkungsvolle Erscheinen im westeuropäischen Mittelalter (Hastings!) bis hin zu dessen Bedeutungsverlust im Militär der Renaissance. Der Perspektive ist angelsächsisch und somit auch die Verknüpfung der Ereignisse. Richtiger wäre der Titel "Westeuropean Medieval Archer" aber man bedenke, daß viele neuere Untersuchungen zu Objekten, Abbildungen und Überlieferung über mittel-, bis osteuropäisches Bogenschießen erst nach 1985 erschienen sind.

Für uns entscheidend sind Bradburys Untersuchungen über die Hastings-Schützen, die anhand des Teppichs und der schriftlichen Überlieferung vorgenommen werden. Bis jetzt immer noch der einzige wissenschaftliche Beitrag zu diesem Thema.

Wer überhaupt zum mittelalterlichen Bogenschützeneinsatz etwas sagen will sollte diese Buch gelesen haben.

ghandi

  • Gast
D.M. Wilson, Der Teppich von Bayeux
« Antwort #25 am: Januar 30, 2006, 15:10:22 Nachmittag »
D.M. Wilson, Der Teppich von Bayeux, Köln 2003.
(Reprint der dt. Ausgabe v. 1985)

Na klar, die Tapete soll auch nicht unerwähnt bleiben.
Die ist nach wie vor das "jüngere" Standartwerk über den Teppich, 1985 erschienen. Der Autor war seinerzeit Direktor des Britischen Museums, als er dieses Buch verfaßte.  Es war wohl das erste, in dem die Teppichszenen komplett in Farbe und hochauflösend abgebildet wurden. Man kann also recht genau die handwerkliche Leistung begutachten und z.B. bei Harold die Anzahl der Stiche zählen. Abgesehen von dem Bildteil wurde erstmals zusammenfassend der kulturhistorische und -materielle Kontext betrachtet. In vielen Details sind wir heute entscheidend weiter, dennoch ist dieses Werk die beste Ausgangsbasis sich dem Teppich nähern.

Ein nettes Zitat von Wilson möchte ich mal hier wiedergeben:

" ` Der Großteil der aus dem Bildteppich bezogenen Informationen isz jedoch lediglich eine Bestätigung dessen, was aus anderen Quellen bekannt ist, und alle nicht belegbaren Einzelheiten sollten mit Zurückhaltung behandelt werden.` (Richard Gem)

[...] Den letzten Satz sollten alle, die sich wissenschaftlich mit dem Bildteppich befassen, wörtlich nehmen. "
S. 217



Ein wenig Forschungsgeschichte

Es gab natürlich vor und nach diesem Buch andere Werke die den Teppich behandeln. Das Werk, welches bis 1985 wissenschaftlich am systematischsten den Teppich erschloß stammt von Herbert Jahnkuhn, der den  Teppich 1940 in seiner Eigenschaft als Offizier des SS-Ahnenerbes untersuchte und die bisher umfangreichste Foto- und Zeichnungsdokumentation anfertigerte. Da der Teppich danach schwer mißhandelt wurde durch Transport, Sicherherung, Einlagerung und unsachgemäße Präsentation, stellt dies also immer noch eine sehr wichtige Dokumentation dar.

Der Grund für das Interesse des Ahnenerbes und der Naziführung an dem   Teppich war 1940 offensichtlich - Inspiration für die erneute Invansion Englands. Für Jahnkuhn stellte er aber auch eine vermeintliche Quelle nordeuropäischer Kulturüberlegenheit dar, was er bekanntlich eigentlich nicht ist.  


 [/i]

Milli

  • Gast
das 2te königreich
« Antwort #26 am: Februar 22, 2006, 15:10:50 Nachmittag »
also, wenn auch historische romane zählen (sonnst könnt ihr den beitrag ja löschen  :lol: ) :

ein, meiner meinung nach, super tolles buch kommt von Rebcca Gablé und heißt "das zweite Königreich"
erschienen im bastei lübber verlag, 2003
873 Seiten.

Die story rund um die eroberung Englands (1066- muss wohl net erwähnt werden  :P )und das leben von Könik William, dem Eroberer.

Guillaume de Moulins

  • Gast
... das zweite Königreich...
« Antwort #27 am: Februar 22, 2006, 15:18:03 Nachmittag »
...sollte jeder Francoflame gelesen haben.

Details werden beim ersten Pflichttraining abgefragt. :roll:

Thorsaie   Guillaume

Jupp

  • Gast
Quellen, Literatur und interessante Links
« Antwort #28 am: Februar 22, 2006, 15:35:15 Nachmittag »
mööööp!
So unterhaltsam der "Roman" auch sein mag, lasst uns hier doch bitte Quellenliteratur sammeln!
Macht einfach einen Thread für Romane und Filme auf, aber haltet bitte Ordnung. Sonst blickt später keiner mehr durch.

ghandi

  • Gast
Re: Quellen für den historischen Hintergrund
« Antwort #29 am: Juli 12, 2006, 14:21:57 Nachmittag »
Und noch mehr Input:

Jim Bradbury, The Battle of Hastings, Sutton 1998. ISBN 0 7509 1291 X

Schon ein bißchen älter, ist aber dennoch ein Werk, welches sehr systematisch vorgeht, Quellen nennt und interpretiert. Eigentlich ein Klassiker. Teilweise recht ernüchternd, wird man doch vielfach daraugf hingewiesen, was wir nicht wissen über die Personen und Menschen, Truppenstärken und  den genauen Hergang  der Schlacht.
Für das wissenschaftliche Heranarbeiten an die Ereignisse immer noch wichtig.




M.K. Lawson, The Battle of Hastings, Stroud 2003, ISBN 0 7524 2689 3

Eines von vielen, neueren Werken zum ewigen Thema. Es ist ähnlich aufgebaut, wie viele andere Bearbeitungen der Schalcht: Vorgeschichte, Quellen, Englisches Heer, Normannisches Heer, Die Schlacht, Epilog und ein Haufen Appendices. Im wesentlichen nichts Neues, allerdings geht es, mehr als jedes andere Hastingsbuch sher auf die Topographie des Schlachtfeldes ein, unterstützt mit Kartenmaterial aus den letzten 200 Jahren und modernen Fotos. Es wird hier ein wenig Schreibtisch-Schlachtfeld-Archäologie betrieben, was nicht unterinteressant ist (Laßt uns die Massengräber unserer Ahnen dort suchen!).  Weiterhin wird auf den Teppich eingegangen und auf die Diskussion über die Darstellung von Herolds Tod. Interessant ist ebenfalls die Wiedergabe der Teppichzeichnung durch Antoine Benoît, publiziert 1733, zu einer Zeit also, bevor der Teppich stark in Mitleidenschaft gezogen wurde!


 


Nun mal eine echtePrimärquelle:

Frank Barlow,  The Carmen de Hastingae Proelio of Guy Bischop of Amiens, Oxford 1999,   ISBN  0 19 820758 1

1826 wiederendeckt ist dieses Lied ist wohl die früheste schriftliche Quelle zur Schlacht, älter als die Überlieferung durch Wilhelm von Poitiers, sollte die Urpsrungstheorie wahr sein.  Sie wird dem Bishop Guy von Amiens zugeschrieben, einem Mitglied des Hauses Ponthieu zugeschrieben. Somit und durch andere Indiezien würde die Enstehungszeit zwischen 1070-1089 fallen. Es wird immer noch diskutiert und selbst Bradbury (s.o.) glaubt aufgrund der Schilderungen es Liedes nicht an ein Enstehungsdatum vor 1100, was aber immer noch recht früh ist.   
In dieser Quelle taucht erstmals Taillefer, der übermütige schwertjonglierende miles, auf, dessen Geschichte wie eine nachträgliche Legende wirkt.
Nicht desto trotz ist es immer von höchstem Gewinn, wenn man edierte (also gedruckte) Primärquellen lesen kann (meist mit Übersetzung), selbst wenn sie "nur" zeitnah sind. Dies gilt für diese als auch andere Quellen und stehen gleichberechtigt neben den Teppich! Es ist nicht einfach an günstige Ausgaben ranzukommen, sie sind durchaus über Unibibliotheken und deren Fernleiheangebot beziehbar.   

Kostprobe gefällig?

[...]
Mars deus o belli, gladiis qui sceptra cohorces,
  Corpora cui iuuenum sanguinolenta placent
Et cruor effusus permulta cede uirorum,
  Quis tibi tunc animus, quanta cupido mali,
Cum medius seuas acies miscere iubebas!

[...]

Mars, O Gott des Krieges, der du Königreiche bestrafst mit Schwertern
 und dich erfreust an blutigen Körpern junger Männer und deren Innereien
verspritzt werden in der Massenschlächterei: Wie groß war dein Entzücken,
 wie stark dein Durst nach Übel, als du, in Mitten stehend, die wilden Horden
befahlst in die Schlacht zu stürmen.
[Etwas sehr frei übersetzt] 

Na, das macht doch Appetitt, gell?   ;)


enjoy
ghandi