Autor Thema: Nonne 11.jhd  (Gelesen 31892 mal)

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Hanna

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Nonne 11.jhd
« am: Oktober 20, 2011, 21:01:08 Nachmittag »
ich wäre interessiert an einer Nonnendarstelung des 11.jhd...ernst zu nehmende infos habe ich aber erst ab dem späteren mittelalter gefunden... abgesehen von der tatsache, das eine nonne bei einem kriegszug wohl eher wenig verlohren hat(??)^^, weiß jemand wo ich infos (buch,internet,..) für kleidung etc. finden kann?!

vielen dank im Voraus

Mara

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #1 am: Oktober 21, 2011, 13:33:41 Nachmittag »
Inwieweit Nonnen auf einem Kriegszug unterwegs waren, kann ich Dir leider auch nicht sagen. Darstellungstechnisch hätte ich aber eine Idee:

Schau mal in den Hitda-Codex (z. Bsp.: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cb/Hitda-EvangeliarHeilungSchwiegermutter.jpg) nach der Äbtissin Hitda von Meschede, entstanden im 11. Jh. Zumindest das angehängte Bild lässt vermuten, dass damals noch nicht schwarz-weiß getragen wurde.

Vielleicht wäre aber auch interessant, welche Ordenszugehörigkeit Du anstrebst.
Hier könntest Du schauen, welche Klöster im 11. Jahrhundert schon als Frauenklöster bekannt waren und eventuell dort mal recherchieren. (z. Bsp.: Benediktinerinnen: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Kl%C3%B6stern#Benediktinerinnen)
LG Mara

Maxime peccantes, quia nihil peccare conantur. (Wer nicht zu sündigen wagt, begeht die grösste Sünde. Erasmus von Rotterdam)

Mara

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #2 am: Oktober 21, 2011, 13:55:13 Nachmittag »
Habe noch etwas gefunden:
Zitat
Die Nonnen - nehmen wir hier als Beispiel die Zisterzienserinnen - trugen einen weißen Ärmelrock, der bis eine Handbreit über dem Boden reichte, darüber das etwas kürzere schwarze Skapulier, das schürzenartig über Brust und Rücken lag und die obligatorische Kapuze besaß, und die weiße Kukulle, die glockenartig bis zu den Knöcheln fiel und mit überlangen und überweiten Ärmeln und einer Kapuze versehen war. Über das Haar wurde ein weißes Kopftuch gelegt, und schließlich verhüllte man noch den gesamten Kopf- und Halsbereich mit einem schwarzen Schleier.

Stammt von dieser HP: http://www.kleio.org/de/geschichte/alltag/kap_II2.html, inwieweit diee recherchiert wurde, kann ich allerdings  nicht beurteilen.

Habe auch noch etwas anderes gefunden:
http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/kloster/kloester_detailansicht_basisdaten.php?id=KS0091&templ=relaunch_vorlage_detail_geschichte

Zitat
Die renovierte Kirche mit einem neu errichteten Hochgrab für die hl. Walburga weihte Bischof Heribert bereits am 14. Oktober 1042. Die erste Äbtissin war Imma, eine Nichte des Stifters Liutger und Benediktinerin vom Kloster Nonnberg in Salzburg.... Im Mittelalter lebten die Benediktinerinnen von St. Walburg weniger in einem regulierten Kloster, als vielmehr in einem adligen Damenstift. Die Eltern der Novizinnen übergaben der Abtei eine Art Aussteuer, über die Nonnen dann frei verfügen konnten. Eine Ordenstracht war nicht vorgeschrieben.

Wobei bei beiden Quellen keine eindeutige Zeit zuzuordnen ist. Könntest eventuell mal schauen, ob Du zeitgenössische Bilder von Hildegard von Bingen bekommst, das ist zwar dann eher Anfang 12. Jh, aber ich gehe mal nicht davon aus, dass die Mode in den Klöstern so schnelllebig war, wie beim Adel.  ;)
LG Mara

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Heribert

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #3 am: Oktober 21, 2011, 16:15:20 Nachmittag »
Das Damenstift Essen, heute Essener Münster, reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück (der Domschatz ist zu empfehlen). Da könntest du bestimmt einige Infos bekommen über Nonnen im 11. Jahrhundert. Solltest du also mal das wunderschöne Ruhrgebiet bereisen, lohnt sich ein Abstecher dorthin ;)
Zwei Monologe, die sich gegenseitig immer und immer wieder störend unterbrechen, nennt man eine Diskussion.

Hanna

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #4 am: Oktober 21, 2011, 17:28:30 Nachmittag »
@heribert...hej du willst mich doch nur zu euch locken^^..aber immerhin hat dein names vetter ein kloster eingeweiht;)
@mara...wow, vielen dank das hilft schon mal viel weiter!!! das schwarz-weis kam, soweit ich weiß, erst deutlich später. meiner bisherigen recherche nach meine ich,dass vorallem woll (seltener auch leinen) in natur )braun oder weiß) getragen wurde und dann vornehmelich weite einfache kleider. aber grad über hildegard von bingen solle man ja einiges finden als idee für den anfang. werd mich außerdem mal bei den nonnen bei mir an der uni informieren,vielleicht haben die ne buch empfehlung^^

Hezilo

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #5 am: Oktober 22, 2011, 10:44:33 Vormittag »
Im Zuge meiner Nachforschungen, die das Thema Nonne zwar nie als Thema hatten aber ein bischen querlesen ist ja immer dabei, entstand bei mir der Eindruck, daß Nonnen gekleidet waren wie der Rest der damaligen Damenwelt. Vermutlich konnte man einer Nonne aus wohlhabendem/adeligen Elternhaus ihre Herkunft genauso an den Kleidern ansehen wie der Tochter eines Knechts. Belege muß ich schuldig bleiben, werden sich aber auch nur indirekt finden lassen, da sicherlich kein Zeitgenosse aufgeschrieben hat das Nonnen keine Uniform trugen.

Adelige Töchter wurden auch gerne mal ins Kloster gegeben, nur um später doch wieder rausgenommen und verheiratet zu werden. Gut, daß sagt uns natürlich nichts über ihre Kleidung.

Viel Spaß bei der Recherche!
Hezilo

Thomas O.

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #6 am: Oktober 22, 2011, 16:22:52 Nachmittag »
Also, das ist etwas Komplizierter mit den Mönchen und den Nonnen vor allem im 11 jhd.

Es gibt hierzu viele verschiedene Sachen zu beachten:

im 11 jhd. haben wir mehrere Reformbewegungen, die Bekanteste ist wohl die aus Cluny. Das erste Cluniaszenzische Frauenkloster wurde etwa 1055 gegründet. Daneben gibt es aber auch noch die Gorzisch-Lothringische Reform und und und. Innerhalb eines Klosters sahen die Monialen sich ähnlich, hatten jedoch von Kloster zu Kloster unterschiede.

Und dann zu den Typen, die in der monastischen Welt existierten:
Einmal die "Vollnonnen" : Diese hatten die Ordensgelübde abgelegt und waren damit Zeit ihres Lebens an die Gelübde gebunden. Sie konnten nur noch Tod aus dem Orden austreten und hatten keine chance mehr in das weltliche leben zurückzukehren. Diese lebten in einem Kloster.

Dann die Kanonissen: Die Kanonissen lebten in den Stiften. Diese genossen zwar eine geistliche Ausbildung, ABER sie legten keine Gelübde ab und waren auch keine Nonnen im engeren Sinne. Dadurch, dass diese kein Gelübde ablegen mussten, konnten sie jederzeit in das weltliche Leben zurückkehren. Das bedeutet soviel, dass sie dort "geparkt" werden konnten und somit etwas Bildung genießen. Genauso wurde übrigens auch meistens bei den Männern mit den zweit- oder drittgeborenen verfahren, falls der Erstgeborene mal fix hinüber ist.

Und dann gab es noch die Möglichkeit, z.B. als Witwe eine art "Gast" in einem Kloster zu sein, um z.B. Kranken und Armen zu Helfen(Hedwig von Schlesien tat dies zum Beispiel, war aber im 13 jhd. und sie mitverantwortlich für die Gründung des Kloster, in das sie hinterher ging.) Also inwieiweit dies eine Option wäre, wäre noch nachzuprüfen.

Jedoch gab es auch Doppelklöster, bedeutet innerhalb eines Klosters waren sowohl Mönche, als auch Nonnen zugegen.

Zur Kleidung generell: Es gehörte zur Aufnahmezeremonie, seine Weltliche Kleidung gegen die des Klosters auszutauschen, sowie sein weltliches Sein aufzugeben und bekamen einen neuen Namen, sowie eine neue Monastische Identität. Also hat man innerhalb eines Klosters die gleiche Tracht getragen und innerhalb eines Ordens jeweils annähernd die gleiche Tracht.

Es ist auch auf jeden fall zu Überprüfen, wer überhaupt in ein Kloster eintreten durfte und wer nicht, ebenso, welcher Rang dann für diejenigen zugänglich war. Die Adligen bzw. diejenigen höherer Geburt hatten definitiv die möglichkeit "Vollbruder" bzw "Vollschwester" zu werden und bis zum Abt/Äbtissin aufzusteigen(auch durch schenkungen der jeweiligen Familien an die verschiedenen Klöster).
In jedem Fall gehörten sie mit zur Gesellschaftlichen Elite, da sie in der Regel eine gute Soziale Herkunft hatten.
Doch ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass Jemand, der vorher ein Knecht oder eine einfache Magd war die gleichen chancen hatte, wie jemand der aus aus dem Hochadel stammte, ich meine mich hier zu erinnern, dass es auch innerhalb eines Klosters zu verschiedenen Abstufungen (von der weltlichen Herkunft abhängig) der Monastischen Lebensweise gab (also Vollbrüder, Laienbrüder, "Knechte in Kutte" etc). Auch, dass es bei entsprechender Größe des Klosters zur Schlafsaaltrennung kam zwischen den Vollbrüdern und den "anderen".Doch wer was und welche Bezeichung genau hatte, müsste ich beizeiten nochmal nachschlagen.
« Letzte Änderung: Oktober 22, 2011, 20:47:34 Nachmittag von Poppiko »

Hanna

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #7 am: Oktober 22, 2011, 18:40:02 Nachmittag »
vielen dank schonmal!
zum thema  witwe im kloster: das gabs, vorallem später, recht häufig, wo hätten die frauen auch anders hin gehen sollen!! so entwickelten sich (leider erst deutlich später) auch die begienen, die abgelegen auf gehöften ein leben wie im loster führten,allerdings ohne ein gelübte. sie pflegten kranke,alte und arme und wen ein junger mannd es weges kam, durften sie ihn eben heiraten und den begienen hof wieder verlassen (kurz form).;)

stefanpaul65

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #8 am: Oktober 23, 2011, 21:07:27 Nachmittag »
Eine etwas ketzerische Frage...wir sind mit unserer Darstellung einer militärischen Einheit des 11. Jhdt,s eh schon zu frauenlastig, da Frauen ganz allgemein ja kaum auf einem Kriegszug mitgekommen wären...
Eine sittsame Nonne wäre unter Beachtung der benediktinischen Regeln NICHT aus ihrem Kloster herausgekommen, die denkbaren Ausnahmen würden sie in die nächste Stadt oder an den nächsten Hof geführt haben, aber unter keinen Umständen in ein Heerlager.
Es könnte natürlich Veranstaltungen geben, die wir bestreiten, bei der eine geistliche Darstellung auch für eine Frau möglich und erwünscht wäre, aber bei den meisten VAs, die ich bisher besucht habe, wäre eine Nonne eher unpassend...nix für ungut!
Mein Rat wäre: Die Darstellung einer Nonne des 11. Jhdt,s max. als Nebendarstellung konzipieren, im allgemeinen eher als Magd dabei sein.

Oder als Kämpfer, im Bogenkorps sind viele Mädels mit großem Spaß dabei...wie wärs?
Sagitarii, Ex-Lieutenant, Tacticaschreiber, Holz- und Lederhandwerker, Bogen- und Armbrustbauer, Vater, Ehemann...also vielseitig mißbrauchbar!

Wer sich einen Schuh anzieht, dem passt er auch...
Wenn man einen Pfeil in eine Gruppe schießt, brüllt nur der rum, den man getroffen hat...

Hanna

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #9 am: Oktober 23, 2011, 22:21:13 Nachmittag »
klar nur als neben darstellung...ne magd gibts ja schon!...aber deswegn hab cihs ja hier rien gestellt, um zu sehen, wie ihr das seht, obs ne möglichkeit gibt oder nciht...ein bischen klerus soll ja normal nciht schaden;) aber recht gebe ich dir auf ejden fall,dass einen nonne da wohl eher weniger verlohren hatte...
aber aufs kampfgetümmel werd ich trotzdem verzichten...aber vieleicht lass ich mich da ja auch noch überzeugen...

« Letzte Änderung: Oktober 23, 2011, 23:46:46 Nachmittag von Hanna »

Jeanne

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #10 am: Oktober 24, 2011, 08:56:50 Vormittag »
Eine etwas ketzerische Frage...wir sind mit unserer Darstellung einer militärischen Einheit des 11. Jhdt,s eh schon zu frauenlastig, da Frauen ganz allgemein ja kaum auf einem Kriegszug mitgekommen wären...

Aus diesen Gründen hatte man sich hier vor einiger Zeit auf eine militärische und zivile Darstellung des 11. Jh. geeinigt (siehe Überschrift des Forums sowie HP). Im neuen Regularium steht unter Ziele nur noch militärische Darstellung, ich habe keine Ahnung warum.

Grüße,
Jeanne

Hezilo

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #11 am: Oktober 25, 2011, 12:29:20 Nachmittag »
Bitte vergeßt den Rechercheaspekt bei der Sache nicht. Wir würden dadurch alle wieder etwas über das 11. Jhd. lernen. Egal ob es dann in eine Darstellung einfließt oder nicht.

Besucher: "Warum sind die Frauen so verschleiert? Sind das Nonnen?"
Wir: Schlaumeierantwort geb!

Hanna

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #12 am: Oktober 25, 2011, 14:24:53 Nachmittag »
@hazilo der aspekt is aufjeden fall auch gut.

mich interessiert vorallem der unterschied zwischen normaler frau und nonne!
eine nonnendarstellung gibts auf jeden fall, vorausgesetzt ich finde genug infos. ob ich die dann beim ffc trage sehe ich dann erst..;)
mein problem is ja generell, dass ich als frau beim ffc eig gar nicht verlohren hab, vorallem, weil ich ja noch nicht mal als anhängsel eines mannes dabei bin... na wir amchen das schon irgendwie;)

Heribert

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #13 am: Oktober 25, 2011, 15:33:50 Nachmittag »
mein problem is ja generell, dass ich als frau beim Contingent eig gar nicht verlohren hab, vorallem, weil ich ja noch nicht mal als anhängsel eines mannes dabei bin... na wir amchen das schon irgendwie;)


Heiratsfähige und -willige Singles bitte per PM bei Hanna melden.
Anforderungen:
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oder
krank und reich

 >:D bisschen OT musste sein  >:D
Zwei Monologe, die sich gegenseitig immer und immer wieder störend unterbrechen, nennt man eine Diskussion.

Mara

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Antw:Nonne 11.jhd
« Antwort #14 am: Oktober 25, 2011, 15:38:57 Nachmittag »
@ Hanna: Da können wir Neulinge uns dann zusammenschmeißen und den anderen zeigen, dass es auch schon im 11. Jh. Frauen gab, die keine "Anhängsel" sein mussten... >:D
LG Mara

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