Autor Thema: Skjoldehamn Gugel  (Gelesen 9922 mal)

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Thomas O.

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Antw:Skjoldehamn Gugel
« Antwort #15 am: April 24, 2014, 21:52:13 Nachmittag »
Lest ihr alle nicht die Original Artikel? Zusammenfassende (!) Übersetzungen sind nicht unbedingt das Gelbe vom Ei...

Zu den Datierungen: Es geht lediglich über C14, das heißt natürlich sind da gewisse Schwankungen drin:

68.2% probability
1050AD (21.6%) 1090AD
1120AD ( 6.5%) 1140AD
1150AD (40.1%) 1210AD
95.4% probability
1030AD (95.4%) 1220AD

68.2% probability
1020AD (22.1%) 1050AD
1080AD (46.1%) 1160AD
95.4% probability
1010AD (95.4%) 1160AD

(Vgl. Dan Halvard Løvlid: Nye tanker om Skjoldehamnfunnet, Bergen 2009, S. 149 (=zugl. Master-Arbeit))

Das sind die bei den Messungen herausgekommenen Werte. Aufgrund der Peaks lässt die von Roric bereits genannte Periode so halten.

Bzgl. der Fragestellung sollte das weiter Kontextualisiert werden. Durch die von Uhl bereits angesprochenen schriftlichen Quellen erhärtet sich m.E. der Verdacht für "Gugeln", da das Prinzip Kapuze an Kleidung anzubringen offentsichtlich bekannt war. Dies nur auf Gugeln zu beschränken fände ich zu eindimensional...aber das will ich vorerst nicht weiter vertiefen.

Weiterhin bedürfte ein möglicher kultureller Austausch noch näher der Betrachtung, um eine mögliche Verbreitung abschätzen zu können. Also inwiefern die räumliche Distanz zählt. (Die anderen von Uhl genannten Funde sind zwar räumlich näher, jedoch ist der Kulturkreis ein völlig anderer, dies jedoch wäre auch nochmal weiter vertiefend zu erforschen...)

NUR die Archäologie zu betrachten bringt uns in keinem Fall weiter, sondern Kontextualisierungen zur Geschichte (besonders Kultur-, und Sozialgeschichte sowie Technikgeschichte) sind zu beachten, neben kunsthistorischen Vorgehensweisen und Linguistischen.

Wenn dieses Problem also vernünftig gelöst werden soll, wäre eine tiefergehende und vor allem fundierte Vorgehensweise von Nöten, um eine möglichst sichere Aussage machen zu können. Bisher sieht es eher nach einem Abschätzen von Spekulationen aus...

Das waren meine paar Cent zu diesem Thema.




Comte de Boulogne

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Antw:Skjoldehamn Gugel
« Antwort #16 am: April 24, 2014, 22:22:52 Nachmittag »
Ich denke die erwähnte Datierung auf 1200 kommt davon:

Zitat
1010AD (95.4%) 1160AD
1030AD (95.4%) 1220AD
Zitat
NUR die Archäologie zu betrachten bringt uns in keinem Fall weiter,
Dem kann ich nur zustimmen.

Zitat
da das Prinzip Kapuze an Kleidung anzubringen offentsichtlich bekannt war.
auch dem stimme ich prinzipiell zu. Siehe Cuculle (Klerus vorbehalten)
Übrigends erste Bildliche Darstellungen von Gugeln in unserem Bereich: um 1180AD Bauer[sic!] bei der Feldarbeit und Schweinehirt.

Alle meine privaten Recherchen zu diesem Thema können für unseren Kontext leider bisher Gugeln nicht klar und eindeutig nachweisen, auch wenn sie praktisch wären.

Zu Fremden und deren Einflüsse im Frühmittelalter gibt es einige interessante Aufsätze, die uns leider hier auch nicht weiter bringen, aber die Gedanken bleiben durchaus erhalten.


Und wie gesagt wir wollen uns ja von Angelsachsen, Friesen, Dänen, .... auch unterscheiden, die scheinbar alle Gugeln tragen.
Oder warum haben wir grüne Schilde? Sicher nicht, weil es nur diese Farbe gab.

Eustache II, Comte de Boulogne,
Gernobatus
der Uhl


Gerald der Uhl zu Wilhaim
Ehrenherr der Südstaaten
Seigneur de Canehan
Maréchal des Logis, jadis
Maréchal des Arms, jadis

Die Zukunft von heute ist morgen schon die Vergangenheit.

www.wilhaim.de