Autor Thema: Nadelbinden und Wollart  (Gelesen 5299 mal)

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michazeller

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Nadelbinden und Wollart
« am: Juli 26, 2012, 09:47:57 Vormittag »
Hiho,

ich arbeite mich grad ins Nadelbinden ein und werde da konfrontiert mit der Fraktion 2-fach verzwirnte Wolle und der Fraktion Dochtwolle.
Letztens habe ich die Aussage bekommen, Dochtwolle ist nicht belegt. Hat da einer von Euch Infos zu? Ist tatsächlich nur 2-Fach verzwirnte Wolle belegt? Warum verwenden dann so viele Dochtwolle?

LG
Micha

Roric

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Antw:Nadelbinden und Wollart
« Antwort #1 am: Juli 26, 2012, 11:42:41 Vormittag »
Hallo Frederic, nimm am besten Dochtwolle zum Nadelbinden, diese lässt sich am einfachsten zusammenfilzen. Zur Fundlage kann ich leider nichts sagen.

Enna

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Antw:Nadelbinden und Wollart
« Antwort #2 am: Juli 26, 2012, 14:10:03 Nachmittag »
Ich habe mal in das Buch von Ulrike Claßen-Büttner, mit dem Titel: Nadelbinden Was ist denn das? geschaut.
Auf den Seiten 46-54 sind Funde aus dem Mittelalter (Mitte 10. Jh. bis 15-16. Jh.) aufgeführt. Unter Material der Funde konnte einmal ein gezwirntes Garn festgestellt werden und zwar bei einer slipperähnlichen Socke, gefunden in York, Mitte 10. Jh.. Sonst konnte nur noch festgestellt werden ob das Material Wolle, Metall oder versponnenes Schweif- oder Mähnenhaar war oder noch etwas Anderes. Oft war bei den Funden aber noch nicht mal das festzustellen.
Gruß Enna

Hanna

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Antw:Nadelbinden und Wollart
« Antwort #3 am: Juli 26, 2012, 19:48:02 Nachmittag »
Ich habe keinen direkte wiederlegung von dochtwolle...aber wenn man wo erkennn konnte welcher zwirn verwendet wurde dann war er eben mehrfach verzwirnt...macht auch sinn weil er dadurch viel robuster wird!
Ich habe auch noch niemanden getroffen der dochwolle mit einer handspindel spinnen kann.

Dochwolle eignet sich wegen wegen.der leichten fikzbarkeit sehr zum nadeln ist aber meiner meinung nicht A...
Handgesponnene und verzwirnte wolle lässt sich übrigens ser leicht wieder aufdröseln und is dann noch besser zu verfilzen

Enna

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Antw:Nadelbinden und Wollart
« Antwort #4 am: Juli 26, 2012, 21:21:54 Nachmittag »
"Ich habe auch noch niemanden getroffen der dochwolle mit einer handspindel spinnen kann" dazu habe ich im Internet gefunden, daß das wohl geht aber viel Übung bedarf.
Zu bedenken ist, daß die Zwirnung die heute die nicht von Hand hergestellte Wolle hat, viel zu stark ist. Heute werden Wollen hergestellt die auf einem Meter bis zu 200 Umdrehungen haben. Das kannst du mit der Hand nicht erreichen. Bei der Handgesponnenen Wolle kommt es durch die Verzwirnung von zwei Fäden "nur" zu einer Entspannung des Einzelfadens.

Claudia

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Antw:Nadelbinden und Wollart
« Antwort #5 am: August 02, 2012, 22:54:01 Nachmittag »
Hallo ihr,

ich kann dem was hier zusammengetragen wurde eigentlich nur zustimmen.
Zufällig hab ich aber das hier grade im Kitguide zu Socken gefunden (S. 32):
"Sie wurden in Nadelbindung meist aus unverzwirntem Wollgarn hergestellt."
Kann uns da jemand, der daran mitgearbeitet hat, weiterhelfen?
Und da bin ich wieder an dem Punkt, den ich so schade finde - warum gibts da keine Quellenangaben drin...?

Ich schau am We noch mal Literatur durch, vielleicht find ich noch was...

Liebe Grüße
Mlada

Jo

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Antw:Nadelbinden und Wollart
« Antwort #6 am: August 04, 2012, 11:05:18 Vormittag »
Hallo,
ich habe mal die Nadelbindungs-Expertin aus meiner Homigruppe gefragt. Ihrer Meinung nach wurde fürs Nadelbinden nur(!) verzwirntes Garn verwendet. Hier ist die Quelle die sie mir geschickt hat:
http://web.archive.org/web/20040402181832/http://www.dueppel.de/nadelbind/index.htm
Nicht bei allen Funden ist vermerkt, was für Wolle verwendet wurde.
Gruß,
Jo
« Letzte Änderung: August 04, 2012, 11:07:15 Vormittag von Jo »