Autor Thema: Reisebericht Hastings 2012  (Gelesen 4924 mal)

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Sigfried Kumph

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Reisebericht Hastings 2012
« am: Oktober 23, 2012, 20:54:05 Nachmittag »
Hallo Freunde!

Hier ein paar Anmerkungen zu unserer Reise zum „Battle-Hastings 2012“ und vor allem zur Rückreise. „Unserer“, damit meine ich die Reise Eurer Kavallerie: Roderik, Siegfried, Anke
mit den Streitrossen Kahn und dem gefleckten, mutigen Beekeeyoo.

Die Hinreise war wunderbar, Tierarztuntersuchung der Pferde am 10.10.2012 um 16:00 Uhr, Verladen gegen 17:00 Uhr, gesellige Fahrt nach Dünkirchen, Überfahrt am 11.10.2012 - Ankunft Battle. Quartier für uns und die Pferde eingerichtet und erster Ritt. Übernachtung bei Sturm und Regen, wie ihr ja alle wisst!

Am 12.10. Pferde locker bewegen und Umgebung zeigen.
Am 13.10. lief dann alles wie Ihr es kennt, mit Höhepunkt – der Schlacht!
Was ich so vom Pferd aus sehen konnte, habt Ihr konzentriert, diszipliniert und tapfer, effektiv und fair gekämpft, einfach eine begeisternde Gemeinschaftsleistung.
Die Angelsachsen waren auch nicht von Pappe, dennoch haben sie wie immer verloren.
Wir als Kavallerie haben auch unseren Beitrag geleistet, für mich und mein Roß nach dem bewährten Motto „Druff und dewidder!“ (Im Rahmen der Einheit, mit Gedanken an Gerald, unseren Hauptmann der Kavallerie, welcher leider nicht bei uns sein konnte und im Namen des FFC, für William!).

Aber jetzt etwas zur Rückreise, die ja die Normannen 1066 nicht antreten mussten.

Am Sonntag dem 14.10. Quartier abbrechen, Pferde einladen, Fahrt nach Dover, Einchecken problemlos, so dass wir um 22:00 Uhr auf die Fähre um 00:00 Uhr auf der Einladespur Nr. 57
nach Dünkirchen warteten. Um ca. 22:30 bekamen wir die Info, dass wir mit der Fähre nach Dünkirchen nicht mitfahren könnten, da der Seegang zu heftig wäre. In Aussicht gestellt wurde uns die Fähre nach Calais, aber auch die wollte uns nicht mitnehmen, da zu heftige See.
Am Montag dem 15.10. um 06:00 Uhr könnte es klappen sagte man uns.
Im Hafengelände durften wir aber nicht bleiben, so haben wir uns in Dover in eine Seitenstraße verdrückt und den Rest der Nacht im Fahrzeug mehr frierend als schlafend verbracht.
Man hatte uns zwar den Stall einer Pferdespedition empfohlen (möglicherweise ein Vetter eines Hafenangestellten) für ca. 4 Stunden und 40€ pro Pferd, doch das kam für uns überhaupt nicht in Frage, denn erstens hätten die Pferde dort in ungewohnten Boxen gestanden und außerdem sind solche Ställe immer ein enormes Infektionsrisiko (Aufgrund der Massen an Pferden, welche dort ein und aus gehen).

Dann um 05:00 Uhr Anruf durch uns beim Hafenbüro. Auskunft: „nicht um 06:00 Uhr, vielleicht um 08:00 Uhr“. Daraufhin standen wir gegen 06:30 Uhr wieder am Hafenbüro mit unseren geduldigen Streitrossen im Hänger. Dann war es auf einmal nicht mehr der Seegang, sondern angeblich fehlte uns eine Exportgenehmigung von einer britischen Behörde, was völliger Unsinn war wie sich später herausstellte, denn unsere Papiere aus Deutschland (Veterinäramt) waren noch 6 Tage gültig und das mehrsprachig - auch in Englisch! Am Vortag war doch bis auf den Seegang alles Roger, warum jetzt auf einmal nicht? Aber nichts zu machen, der Angestellte machte völlig dicht. Auch reden mit Engelszungen brachte nichts, er lies uns einfach stehen und ging weg!
Seine beiden Büronachbarn waren nicht zuständig wie sie uns sagten.
Also füllten wir ein Formular über Pferde, Fahrer, Beifahrer, Fahrzeug und Fahrtroute aus, was alles in unseren in Deutschland ausgestellten Papieren schon stand (auch in Englisch!).
Dieses Formular wurde an die zuständige Behörde gefaxt, an die Behörde, die dem Tierschutz dienen sollte – und wir warteten und warteten und warteten... von ca. 08:00 Uhr bis 15:00 Uhr!!


Um 15:00 hieß es dann endlich „alles o.k. Für die Fähre nach Dünkirchen um 17:00 Uhr“.
Die Pferde standen nun schon ca. 20 Stunden auf dem Hänger und im Hafengelände duften wir nicht ausladen, aber wegfahren um die Pferde wo anders ihre Beine vertreten lassen zu können,
war logischerweise auch nicht angesagt, da wir ja erst auf das okay warten mussten.
Die Papiere, die angeblich fehlten,  sollten dem Tierschutz dienen! Ist das nicht paradox?
Die Pferde hätten schon längst auf heimischer Weide galoppieren können..
„Da wiehert der Amtsschimmel“ 

Noch ca. eine Stunde Zeit.
Nun schnell an den Stadtrand von Dover, Pferde ausladen, grasen und bewegen lassen,
derweilen hat Anke den Hänger ausgemistet.
Wieder Am Hafen angekommen, hieß es zum dritten mal über die Waage (waren jedesmal 40kg leichter). Da kam die Horrorauskunft, dass die See für die Fähre nach Dünkirchen schon wieder zu rau sei. Unter Umständen könnte uns die Calais-Fähre um 17:45 Uhr übersetzen.

Wir fühlten uns mittlerweile wie in einem schlechten Horrorfilm.
Aber dann standen wir doch endlich um 17:45 Uhr verladebereit vor der Fähre nach Calais. 
Dann ging alles ganz reibungslos. Noch Gaudi mit FFC-Freunden auf der Fähre und um 20:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit waren wir dann nach ruhiger Überfahrt endlich wieder in Europa und die Sesselpupserinsel lag Gott sei Dank hinter uns..

Bitte lieber Brite, nimm diese meine klare Äußerung ruhig ernst, ich meine nicht so ernst, nimm es mit britischem Humor, denn es sind nicht alle Briten gemeint, sondern nur ein paar ganz bestimmte, du weißt bestimmt welche! Solche Leute haben wir in Germany auch genügend..

Ab Calais lief wieder alles ganz normal, eben wie das in Europa so ist. Bei erster Gelegenheit
Fahrtunterbrechung, Pferde ausladen, bewegen und grasen lassen, denn unser Heuvorrat war zu neige gegangen (warum wohl?). Und nun weiter tapfer Richtung Ost-Südost.
Endlich gegen Morgen waren die Pferde wieder auf heimischen Weiden.

Wenn Ihr es auch nicht glaubt (was ich verstehen kann): Das ist wirklich eine wahre Geschichte.
Für den nächsten Termin auf der Insel trainieren wir jedenfalls Ausdauerschwimmen, oder bauen uns ein Wikingerschiff, dann können uns unfähige Sesselpupser mal am … Ihr wisst schon!

Bis spätestens 1. & 2. Dezember auf der Tannenberg – Vive la Normandie und Thorsaie!!



Euer Sigfried Kumph



PS: Herrn Zach von der CS Travel GmbH, bei der wir gebucht hatten, habe ich schon mündlich grob informiert. Er wird nochmals (wie von ihm gewünscht) mit diesem Bericht informiert.
Herr Zach hat mir spontan eine Entschädigung zugesagt! Ist das nicht nobel?
Er will der Sache auch nachgehen, ich werde Euch dann später über den weiteren Ausgang Informieren.
Pro Honore Milita Hassia

II.Conroi der den Fighting Man eroberte

Sebastian

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Antw:Reisebericht Hastings 2012
« Antwort #1 am: Oktober 23, 2012, 21:03:44 Nachmittag »
Hut ab, das ist mal eine Rückreise!
Sebastian - oder süß und saftig, Devise: Lächeln & Winken!

"Wir sind die Armee des Südens, stark an tausend Mann,
wir schlagen und stechen, wir feiern und zechen, uns keiner was anhaben kann"

Elena / Elenik

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Antw:Reisebericht Hastings 2012
« Antwort #2 am: Oktober 23, 2012, 21:31:03 Nachmittag »
Du lieber Himmel...
Das ist wie der Brite sagen würde: UNBELIEVABLE!  ??? ::)
Liebe Grüße
Elena

Kuechenmeister

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Antw:Reisebericht Hastings 2012
« Antwort #3 am: Oktober 23, 2012, 21:56:46 Nachmittag »
Ach du Scheisse.......das ist ja der Hammer  >:(

Heinrich

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Antw:Reisebericht Hastings 2012
« Antwort #4 am: Oktober 23, 2012, 23:11:46 Nachmittag »
Der Wahnsinn! Denkt denn von diesen Irren keiner an die Tiere? Ich kann es nicht fassen...
Beste Grüße,

Herr Heinrich

Seigneur de Saint-Léger-aux-Bois
Veteran des Wimpel VI "L'Infanterie Hessois" und Lieu-Tenant des III. Pennon "Hassia"

Vive la Normandie! Thorsaie! Tout ou rien! Pro Honore Militia Hassia!

arduum res gestas scribere

Jorg Keilerson

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Antw:Reisebericht Hastings 2012
« Antwort #5 am: Oktober 24, 2012, 08:47:13 Vormittag »
Herr Siegfried,
Ich bin froh das deine Pferden und deine Reisegeschellschaft gut zuhause gekommen sind.
Wir haben in Dover (ins DFDS Kontor) kurz miteinander geredet und du sagte da schon das du die ganze Nacht gestanden hast.

Was eine Geschichte...
Das ist eine für die Bücher!!!

Und jetzt muss ich sagen das mein 'stress' die Fähre von 12.00u zu hohlen wegen das auf dem Zug schmeisen in Utrecht von Simon Richtung Dänenmarken "pillepats" ist.
Gwen, Simon und ich waren die letzten die um 11.59u auf die fähre fahren durften. Nur wegen Rechner problemen, grrr.

Keilergrüsse
Jorg

 
Nur eine dänen-axt gibt die ruhe die man sucht

- Ultimum videbis est aper ax -

Madlen

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Antw:Reisebericht Hastings 2012
« Antwort #6 am: Oktober 24, 2012, 23:09:28 Nachmittag »
Ach herrje und dabei tun die Briten imer so Pferdefreundlich... ???
Hoffe ihr habt euch inzwischen gut von den Reisestrapazen erholt?
lg Madlen

Elli

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Antw:Reisebericht Hastings 2012
« Antwort #7 am: Oktober 25, 2012, 20:10:51 Nachmittag »
Noch Gaudi mit FFC-Freunden auf der Fähre

Jawoll, so muss das sein ;) Ich war dabei!
Es ist nicht Stolz, der mich treibt. Sondern eine andere Sünde. Schlimmer als andere Sünden, die aus unmittelbarer, heftiger Leidenschaft entstehen. Diese jedoch sitzt tief in einem drin und frißt einen ganz leise von innen auf. Es ist die achte Todsünde. Diejenige, die Gott vergessen hat.
- Hoffnung -

Mara

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Antw:Reisebericht Hastings 2012
« Antwort #8 am: Oktober 26, 2012, 07:42:50 Vormittag »
Und als Neuling habe ich mich schon gefragt, wer das mittig auf dem Foto ist:
https://picasaweb.google.com/112826522366266440655/Hastings2012#5800594714525436002

Sorry, aber alle kenne ich leider noch nicht... :'(

Dann standen Eure armen Pferde zu der Zeit also gerade unten im Schiff? Bei der Geschichte bin ich sowieso dafür, dass wir das nächste Mal gar nicht erst bis Battle fahren, sondern die Sache gleich im Fährhafen Dover ausmachen.... ;)
LG Mara

Maxime peccantes, quia nihil peccare conantur. (Wer nicht zu sündigen wagt, begeht die grösste Sünde. Erasmus von Rotterdam)

lewensteyn

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Antw:Reisebericht Hastings 2012
« Antwort #9 am: November 03, 2012, 16:58:10 Nachmittag »
Ich kann nur hoffen das die Pferde das gut überstanden haben ,was für eine Tortur für Mensch und Tier . Lg. DOPO  :(
Infantrie
II. Gonfanon I. Pennon II. Wimpel

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Antw:Reisebericht Hastings 2012
« Antwort #10 am: November 04, 2012, 15:24:03 Nachmittag »
"kopfschüttel"....

Wieder ein Beweis, dass diese unsere neueste Erwerbung nun dringend befriedet werden muß und wir die normannische Hoheit konsolidieren müssen!
Wo kommen wir denn dahin, wenn jeder einfach tut was er will!!!
Werde den Herzog informieren!

Thorsaie!

RCdE
Haec tantum saevit in hostes: Aut Pax aut Bellum!
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