Autor Thema: Beinlinge  (Gelesen 16981 mal)

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Knut

  • Combattant
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Beinlinge
« Antwort #15 am: Februar 14, 2006, 12:52:44 Nachmittag »
He!.....das war böse *g*
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"Immer lustig immer froh, die Normis aus dem Flamenzoo"



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Jeanne

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Re: Beinlinge
« Antwort #16 am: November 14, 2008, 12:21:22 Nachmittag »
mal ne andere Frage:

Hat man Beinlinge in Kombination mit Beinwickel getragen ???
Habe ja meine alten Beinlinge wiedergefunden, würde die auch mit nutzen, aber ohne Beinwickel habe ich ja wieder ein anderes Problem
 ???

Grüße Jeanne 

Heinrich

  • Lieutenant **
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  • Perfer et obdura: multo graviora tulisti!
    • Der Hessische Ritterbund
Re: Beinlinge
« Antwort #17 am: November 14, 2008, 14:11:29 Nachmittag »
Also ich mach das so, es hat sooooo viele Vorteile. Es trägt sich so angnehm, es gibt mir ein positives Gefühl. Totale Beinwellness  :D

Im Ernst. Ich habe festgestellt (auf Wanderung, auf dem Schlachtfeld, etc.), dass ich viel weniger "müde Beine" habe als ohne Wadenwickel. Außerdem schützen sie meine Beinlige vor Nässe, Schmutz und den Angelsachsen. Zudem hält es noch ein wenig wärmer, ich hasse nichts mehr als kalte Füße/Beine. Außerdem: warum sollte man ausgerechnet diese Kombi nicht gemacht haben?

Ob das allerding "erlaubt" ist, weiß ich nicht. Im Sachsenspiegel (ich weiß, nicht 11. Jhd.) gibt es einige Abbildungen von Beinlingen und Wadenwickeln.
Beste Grüße,

Herr Heinrich

Seigneur de Saint-Léger-aux-Bois
Veteran des Wimpel VI "L'Infanterie Hessois" und Lieu-Tenant des III. Pennon "Hassia"

Vive la Normandie! Thorsaie! Tout ou rien! Pro Honore Militia Hassia!

arduum res gestas scribere

Ludo

  • Combattant
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  • Beiträge: 168
Re: Beinlinge
« Antwort #18 am: November 14, 2008, 14:55:38 Nachmittag »
Hallo,
wenn ich mich recht entsinne, trug der Mann aus dem Bocksten Moor in Schweden auch eine Kombination aus Beinlingen und Wadenwickel. Allerdings wird der Bursche normalerweise so Mitte 13. bis Ende 14. jahrhundert datiert.
Aber ansonsten macht das ja auch durchaus Sinn, vor allem wenn es draußen mal etwas kälter ist ...  :) da kann ich Herrn Heinrich aus eigener Erfahrung nur recht geben.
Grüße,
Ludo
AMATE NON BELLATE

Jorge

  • Gast
Re: Beinlinge
« Antwort #19 am: November 17, 2008, 14:15:43 Nachmittag »
Auch ich habe ähnliche Erfahrungen wie meine beiden Vorschreiber gemacht (grmpf - wie geht denn das nochmal mit dem Zitieren...)
Auch auf längeren Fahrten von und zu Veranstaltungen können sich Wadenwickel sehr angenehm auswirken - wer weiß, vielleicht waren sie damals schon als orthopädische Stützstrümpfe auf langen Bootsfahrten eingesetzt worden?!-))))

In diesem Sinne: Vivé la Béinwickél!

Jorge

Jeanne

  • Gast
Re: Beinlinge
« Antwort #20 am: November 19, 2008, 18:43:19 Nachmittag »
naja, das Beinwickel praktisch und auch orthopädisch sehr hilfreich sind weiß ich, deswegen trage ich ja immer welche ;)

@Heinrich:
ja das wollte ich wissen, ob das denn "erlaubt" ist ???

Hosen+Beinwickel ist klar und auch im 11. Jh. spärlich belegbar,  aber bei Beinlingen ist das reine Spekulation. Ich habe das noch nie irgendwo gesehen was das 11.Jh. angeht (Sachsenspiegel ist später und sieht eher aus wie Socken...Moorleiche auch später ;)  ...)
Beinlinge wurden ja meist mit solchen Haltebändern  fixiert, man sieht auch Verzierungen auf der Vorderseite, aber was anderes habe ich selber nicht gefunden....
deswegen frage ich ja.

Grüße Jeanne
« Letzte Änderung: Dezember 19, 2008, 22:28:24 Nachmittag von Jean de Cognac »

Jeanne

  • Gast
Re: Beinlinge
« Antwort #21 am: Dezember 19, 2008, 22:19:59 Nachmittag »
so klein Jeanne wollte ja nun schlau sein und an die alten vorhandenen Beinlinge Fußteile nähen,  irgendwie kapiere ich gerade das Schnittmuster auf Abb. 11 im KG nicht und die Abbildung bei mir im Salierkatalog ist auch nicht super gut :'(

Ist die Naht am Fuß oben oder unten? Logisch wäre ja oben, damit es nicht an den Fußsohlen weh tut...aber mein Papierprobeschnitt sagt mir gerade, dass da hier die Sohle an der Verse fehlt.
Zweite Variante: wenn ich das herumdrehe und die Naht unten liegt, dann müsste man den Rundausschnitt am Beinling verlängern. Aber bei der Methode laufen vier Nähte an einem Punkt an der Fußsohle zusammen - aua - kann irgendwie auch nicht sein oder ???

Irgendwie habe ich hier einen logischen Denkfehler oder ich bin einfach zu blöd das zu verstehen ;)

Weitere Frage: Welche Nahtart nehmt ihr? Reine Stoßnaht hält doch nicht. Ich möchte so wenig wie möglich "Nahtwurst"  produzieren.

Grüße Jeanne
« Letzte Änderung: Dezember 19, 2008, 22:31:47 Nachmittag von Jean de Cognac »

Winand

  • Gast
Re: Beinlinge
« Antwort #22 am: Dezember 20, 2008, 13:26:47 Nachmittag »
Hallo Jeanne,

bei meinen Hosen mit Fußteil (am Schnitt der Beinlinge verzweifele ich grad ein wenig, sitzt alles nicht so wie es soll) und genähten Kniestrümpfen hat es sich bewährt die gewendete Naht nochmal zu Kappen. D. h. die auf der Rückseite überstehende Nahtzugabe auf eine Seite umzuschlagen und nochmals (nun durch alle vier Lagen Stoff) zu vernähen.

 Die Naht wird zwar etwas dicker, läuft sich aber schnell platt und hat bislang nicht zu Blasen etc. geführt.


Grüße



Winand

Jeanne

  • Gast
Re: Beinlinge
« Antwort #23 am: März 08, 2009, 14:41:44 Nachmittag »
....ich habe es versaut ... gebe es auf  >:D  und hoffe, dass sich jemand auf dem Märzfeld findet
 der Ahnung davon hat, mir das erklären kann und die versauten Dinger wieder etwas richten kann  :'( ......

Grüße Jeanne


Bernwart

  • Gast
Re: Beinlinge
« Antwort #24 am: März 09, 2009, 09:58:32 Vormittag »
Yo, sag mal Bescheid.

Karl Wolf

  • Gast
Re: Beinlinge
« Antwort #25 am: März 09, 2009, 12:53:33 Nachmittag »
das mit der nahtwurst lässt sich vermeiden wen mann den ganzen beinling aus zwei teilen ( naht vorne und hinten) macht ( is ne fickelarbeit mit 1000 mal messen), beim zusammennähen normal vernähen und unter der sohle auf stoss, dann noch 2,5-3 cm breit stoff unter die sohle über die naht als verstärkung und der kääs is gegessen.

gruss karl

Polle

  • Gast
Re: Beinlinge
« Antwort #26 am: März 09, 2009, 14:19:09 Nachmittag »
Hallo Karl,

Deine Beschreibung würde bedeuten, dass Du oben auf dem Spann eine Naht liegen hast.
Das kann äußerst schmerzhaft werden, denn diese wird im Schuh scheuern.

Im Kitguide bei den Beinlingen (Bild 11) kann ich Jeanne verstehen.
Das sieht auf den ersten Blick bestimmt verwirrend aus.

Bild 12 ist doch gut.
Normaler Beinling, Naht hinten.
Fußteil bestehend aus 3 Teilen.
Leider sehe ich nicht richtig, ob bei diesem Bild der Beinling bis unten geht und das Fußteil angesetzt wurde, oder ob am Knöchel nochmal eine Naht ist.

Das ist die Alternative, die am angenehmsten zu tragen ist.
Laut meiner Kunden jedenfalls.

Beinling bis zum Knöchel, dann das Fersenteil aus einem Stück (Naht liegt vor der Ferse auf der Sohle), Fußteil oben und Sohlenteil.
Auf dem Bild anbei habe ich mal die Nähte eingezeichnet.

Auch möglich ist den Beinling bis unten zu ziehen wie auf Bild 11 und dann ein Fußteil oben und ein komplettes Sohlenteil anzusetzen.
So läuft die Naht an der Fußseite einmal rum und vor dem Knöchel und stört am wenigsten.

Karl Wolf

  • Gast
Re: Beinlinge
« Antwort #27 am: März 09, 2009, 14:54:37 Nachmittag »
jep,
sehr schön, hatte bis jetzt noch kein so gutes bild von "A" beinlingen. :'(
bei der naht obendrauf hab ich bei mir bisher noch kein probleme. 8)
werds bei gelegenheit mal nach deiner art aussnähen ähhh ausprobieren. ;)

Oberstabsfeldnäherlehrling 3er. klasse mit silberborte in kupfer und erbsengemüse :D

karl

Polle

  • Gast
Re: Beinlinge
« Antwort #28 am: März 14, 2009, 12:02:17 Nachmittag »
Mit Silberborte?
Du musst einen sehr hohen Herren, wenn der Lehrling eine Silberborte als Auszeichnung bekommt  :D

Hatto von der Mole

  • Combattant
  • Wimpel IX "Südstaaten"
  • Beiträge: 727
Re: Beinlinge
« Antwort #29 am: März 17, 2009, 20:50:49 Nachmittag »
Hiho,
Hab inzwischen 2 paar Beinlinge fertig genäht.
Bei dem Schnitt, der im Kitguide abgebildet ist entstanden bei mir nur Schnipsel . Also 100% Verschnitt.
Ich habe mit dem Schnitt den Pollle schon angesprochen hat die besten Erfahrungen gemacht.
1 x Sohle komplett, 1 x Beinteil durchgehend, 1. Fussteil.
Das Schnittmuster für die Größe ist auch leicht rauszumessen. (Und die Papierschablone immer gut aufheben)
Keine spitzen Stoffeckchen,  keine kreuzenden Nähte, keine Nähte auf oder unter dem Fuß.
Ich hab mir unverschämterweise mal erlaubt das rechts in das Bild einzuzeichnen falls es jemand interessiert.
Grüße an alle Nadelschwinger
Sic semper tyrannis

Meum est propositum in taberna mori